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Was tun bei Schäden beim Umzug? Versicherung & Rechte

04. Februar 2026

Ein Umzug ist eine aufregende Zeit – neue Wohnung, frische Umgebung, neue Möglichkeiten. Leider passiert es immer wieder: Beim Transport von Möbeln und Kartons kommt es zu Umzugsschäden, sei es durch enge Treppenhäuser, unachtsames Handling oder Transportprobleme. Wer seine Rechte kennt und eine passende Versicherung bei Umzug abgeschlossen hat, kann finanzielle Verluste vermeiden. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, welche Versicherungen wichtig sind und wie Sie sich im Schadenfall richtig verhalten.

Arten von Umzugsschäden

Umzugsschäden treten in vielen Formen auf. Für eine effiziente Schadensmeldung ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.

Schäden an Möbeln und Gegenständen sind die häufigsten Fälle.

Beispiele: Kratzer auf Holzmöbeln, Risse im Glas oder Porzellan, Beschädigungen an Elektrogeräten durch unsachgemäße Verpackung. Solche Schäden können sowohl beim Tragen in der Wohnung als auch während des Transports im Lkw auftreten.

Besonders Schäden bei Umzug im Treppenhaus sind keine Seltenheit. Dazu zählen Kratzer und Macken an Wänden, Beulen an Türen oder Türrahmen sowie abgebrochene Handläufe oder Sockelleisten. Solche Schäden können schnell teuer werden und sind oft Streitpunkt zwischen Mieter und Umzugsunternehmen.

Auch Umzugsunternehmen verursachen gelegentlich Schäden – sei es durch falsches Handling oder Transportfehler. In diesen Fällen spricht man von Schäden beim Umzug durch die Umzugsfirma. Entscheidend ist hier die Frage: Wer haftet und in welchem Umfang?

Umzugsschäden vorbeugen

Vorbeugung ist die effektivste Methode, um Ärger und unnötige Kosten bei einem Umzug zu vermeiden. Wer schon im Vorfeld einige Maßnahmen trifft, kann Schäden an Möbeln, Gegenständen oder der Immobilie weitgehend ausschließen und den Umzug insgesamt entspannter gestalten. Im Folgenden finden Sie praktische Tipps, die Ihnen helfen, gut vorbereitet zu sein.

Möbel und Gegenstände richtig verpacken

Eine sorgfältige Verpackung ist entscheidend, um Beschädigungen zu vermeiden:

  • Verwenden Sie stabile, hochwertige Kartons und ausreichend Polstermaterial wie Luftpolsterfolie, Packpapier oder Decken, um zerbrechliche Gegenstände zu schützen.
  • Große Möbelstücke sollten nach Möglichkeit zerlegt werden, um sie durch enge Treppenhäuser, schmale Flure oder Aufzüge problemlos transportieren zu können.
  • Achten Sie darauf, alle Kartons klar zu beschriften – besonders zerbrechliche Gegenstände sollten deutlich markiert sein, damit Umzugshelfer beim Tragen besondere Vorsicht walten lassen.

Zusätzlicher Tipp: Schwere Gegenstände wie Bücher oder Geschirr sollten in kleinere Kartons gepackt werden, um das Tragen zu erleichtern und das Risiko von Rissen oder Brüchen zu minimieren.

Treppenhäuser und Zugänge sichern

Enge oder stark frequentierte Treppenhäuser sind besonders anfällig für Schäden an Wänden, Türen oder Geländern.

Diese Tipps können hilfreich sein:

  • Schützen Sie Böden und Wände mit Decken, Folien oder speziellen Umzugsdecken, damit Möbel beim Durchtragen keine Kratzer oder Dellen verursachen.
  • Wenn möglich, reservieren Sie den Aufzug für die Zeit des Umzugs, um mehrere Fahrten und Wartezeiten zu vermeiden.
  • Es ist außerdem sinnvoll, Engpässe oder besonders schwierige Stellen vorab zu identifizieren, sodass Umzugshelfer den Transport optimal planen können.
  • Bei Altbauten oder denkmalgeschützten Immobilien kann es zudem hilfreich sein, kleine Helfer oder Polster an Ecken und Türrahmen anzubringen, um Schäden zu verhindern.

Professionelle Umzugsfirma wählen

Eine erfahrene Umzugsfirma kann den gesamten Prozess deutlich sicherer gestalten. Achten Sie bei der Auswahl auf Bewertungen, Referenzen und Erfahrung der Firma – insbesondere, wenn größere oder besonders wertvolle Gegenstände transportiert werden sollen.

Klären Sie im Vorfeld schriftlich, wie die Haftung im Schadenfall geregelt ist, und ob die Firma eine ausreichende Umzugsversicherung anbietet. So sind Sie abgesichert, falls trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch etwas beschädigt wird.

Zusätzlicher Tipp: Fragen Sie nach dem Vorgehen der Firma bei Umzugsschäden, beispielsweise wie Schäden dokumentiert und reguliert werden, damit Sie im Ernstfall genau wissen, wie vorzugehen ist.

Umzugsversicherung – der Schutz bei Schäden

Die Umzugsversicherung ist der wichtigste Schutz für Ihr Hab und Gut. Es gibt verschiedene Formen und Leistungen, die Sie kennen sollten.

  • Haftpflicht des Umzugsunternehmens: Deckt Schäden, die durch das Unternehmen selbst verursacht werden (aber nur 620 Euro pro Kubikmeter Ladung).
  • Eigene Hausrat- und Haftpflichtversicherung: greift beispielsweise, wenn Sie selbst beim Umzug Schäden an der Immobilie verursachen.
  • Transportversicherung: Schützt persönliche Gegenstände bei Beschädigung oder Verlust während des Umzugs über die gesetzliche Haftung hinaus ab.

Rechte und Pflichten bei Schäden

Schaden im Treppenhaus oder an der Wohnung

Besonders häufig treten Schäden in gemeinschaftlich genutzten Bereichen auf, wie im Treppenhaus, an Türen, Wänden oder Geländern. Als Mieter sind Sie verpflichtet, den Vermieter über solche Schäden bei Umzug im Treppenhaus unverzüglich zu informieren. So vermeiden Sie Streitigkeiten und stellen sicher, dass Sie nicht für bereits vorhandene Mängel verantwortlich gemacht werden.

Als Eigentümer sollten Sie ebenfalls sofort handeln: Dokumentieren Sie jeden Schaden sorgfältig mit Fotos oder Videos und erstellen Sie eine schriftliche Schadensmeldung.

Eine frühzeitige Meldung ist wichtig, damit Ihre Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung den Schaden regulieren kann. Besonders bei größeren Schäden kann es sinnvoll sein, ein Gutachten durch einen Fachmann erstellen zu lassen, um den Schadenumfang eindeutig zu bestimmen.

Schaden durch Umzugsfirma

Wenn ein Schaden durch die Umzugsfirma verursacht wurde, ist schnelles Handeln entscheidend. Fordern Sie sofort einen schriftlichen Schadensbericht vom Umzugsunternehmen an und halten Sie alle Details fest:

  • Zeitpunkt,
  • Ort,
  • Art des Schadens,
  • beteiligte Gegenstände

Prüfen Sie anschließend den Umzugsvertrag genau: Viele Unternehmen schließen bestimmte Schäden aus oder begrenzen die Haftung.

Zusätzlich ist es hilfreich, Beweise zu sichern – Fotos, Videos und Zeugenaussagen können später entscheidend sein, wenn es zu Streitfällen kommt. Bei größeren oder wertvollen Gegenständen kann ein unabhängiges Gutachten die Grundlage für die Schadenregulierung bilden.

Zeitfenster für Schadensmeldungen

Viele Versicherungen und auch Umzugsunternehmen setzen Fristen für die Meldung von Schäden. Das bedeutet: Je früher Sie den Schaden dokumentieren und melden, desto einfacher und schneller lässt er sich regulieren. Verzögerungen können dazu führen, dass Ansprüche gekürzt oder sogar abgelehnt werden.

Praktische Checkliste für den Schadensfall

  1. Schaden dokumentieren: Fotos, Videos, Zeugen
  2. Umgehend schriftlich melden: Umzugsfirma & Versicherung
  3. Schadensbericht erstellen: Details zu Ort, Zeit und Ursache
  4. Verträge prüfen: Haftung, Versicherungsumfang, Fristen
  5. Schäden gut aufbewahren: Aufbewahrung beschädigter Gegenstände bis zur Regulierung

Fazit: Schäden beim Umzug vorbeugen

Schäden beim Umzug sind ärgerlich, aber meist gut beherrschbar. Mit sorgfältiger Planung, Schutz durch Umzugsversicherung und Kenntnis der eigenen Rechte können Sie teure Überraschungen vermeiden. Ob Kratzer im Treppenhaus oder beschädigte Möbel – eine frühzeitige Dokumentation und die richtige Versicherung machen den Unterschied. Vertrauen Sie auf Experten und bereiten Sie sich gut vor, dann wird Ihr Umzug stressfrei und sicher.

 

Wir beraten Sie gerne rund um Fragen zu Schäden beim Umzug, Umzugskartons und Verpackungsmaterial.